Mose und die Karamellbonbons? Gibt es da eine Beziehung oder eine Ähnlichkeit? Natürlich nicht. Aber nein, das ist auch nicht eine der irreführenden Überschriften, nur um Leser zu ködern. Vielmehr gibt es einen starken Kontrast. Aber der Reihe nach:
Politik? Ja, bitte!
Die Bundestagswahl ist noch nicht lange her. Das wäre schon genug Stoff, um hier einen Post für – vielleicht schon gebrochene (?) – Wahlversprechen zu nennen. Aber nein, vielmehr war der Anlass dieses Beitrags, interessierten Menschen etwas über gute politische Gesetzgebung zu vermitteln. Und dazu gehören die so genannten 10 Gebote.
Politisch? Aber ja, auch wenn die zweite Hälfte der 10 Gebote besonders einen moralischen Aspekt mit beinhalten und Regeln für eine allgemeine Ethik sind. Doch zuerst einmal sind es Gesetze für ein Volk, das bislang ohne eigene Politik war, also ohne eigene Gesetzgebung. Schließlich kam es ca. 400 Jahre vorher als Großfamilie und Wirtschaftsflüchtlinge in ein fremdes Land, dessen Politik sie akzeptieren mussten. Doch über die Jahrzehnte und Jahrhunderte hinweg wurde ihnen das Leben schwer gemacht, nicht zuletzt, weil die indigene Bevölkerung Angst vor einem Übergriff, vor der Herrschaft dieser Großfamilie hatte. Natürlich war die erste Generation längst ausgestorben und war nach ca. einem Dutzend Generationen zu einem Volk mit 6-stelliger Bevölkerungszahl geworden, ja vielleicht auch noch mehr. Und „Kanzler“ von allen sollte Mose sein.
Gesetze? Wozu?
Als nun Mose mit dem Volk der so genannten Hebräer auszog, erlebten sie nicht nur extrem ungewöhnliche Ereignisse und Wunder, sondern standen am Ende auf der anderen Seite eines Meeres, durch das sie hindurchgezogen waren. Zu essen und zu trinken hatten sie, aber keine politische Regelung. Wie geht es weiter? Wer hat das Sagen? Was gilt denn nun? Kein Wunder, das Gott meint, sie brauchten nun erst einmal ein paar Regeln. Und würden sie das umsetzen, würden bestimmt andere Nationen beeindruckt sein und offen, nach diesen Regeln und ihrem Ursprung, nach Gott, zu fragen. Und genau das hatte Gott ja vor mit diesem Volk der Hebräer, später genannt Israel. Besser als andere Völker waren sie keineswegs, aber ihre Existenz und Lebensweise hatten einen entscheidenden Sinn in dieser Welt.
Mose – Rockmusiker?
Und dazu schickte Gott sie in die Wüste, aber nicht ohne Anleitung für ein gelingendes Miteinander. Auf zwei Steintafeln erhielt Mose 10 Gebote. Und weil diese Gebote so zentral und gut sind und bis heute bzgl. Ethik weltweit akzeptiert werden, hat Gott dafür gesorgt, dass man diese 10 Leitlinien des Lebens keineswegs vergisst oder im Wüstensand irgendwo verliert. Eingraviert in Stein musste es sein. So etwas hält ja fast ewig – ganz im Gegensatz zu Papier, Pergament und erst recht als digitale Information. Moderne Technik damals hätte uns manches historische Zeugnis heute nicht liefern können. Darum sollte man die so genannten primitiven Kulturen als viel bedeutender ansehen als es auf den ersten Blick scheint.
Bekanntermaßen machte Gott gleich ein zweites Exemplar, weil Mose voller Ungeduld die ersten beiden Tafel vor Wut zertrümmerte – à la Rockmusiker Kurt Cobain oder Pete Townshend, die ihre Gitarren am Ende eines Konzerts zertrümmerten. Sicher war Mose kein Rockmusiker. Er konnte als jahrelanger Hirte vermutlich Flöte spielen, aber ob er diese auch aus Wut gegen einen Felsen geworfen hat, kann man vermuten, da sich sein Charakter von Ägypten bis zum Jordan hin immer wieder mal als sehr ungeduldig erwies. Aber der Titel lautet ja nicht, was Mose mit den genannten Rockmusikern gemeinsam hat, sondern was denn das mit Karamellbonbons zu tun hat.
„In der Kürze liegt….“
Als der Bürokratie-Wahnsinn in Europa seinen Lauf nahm, musste für vieles, ja fast alles eine Regelung gefunden werden, auch Bestimmungen für Karamellbonbons. Und diese haben es in sich. Über 25.000 Worte sollen sie umfassen. Und Mose, bzw. Gott? Der kam bei den 10 Geboten selbst in einer deutschen Übersetzung mit ca. 250 Worten aus, um eine Gesetzgebung zum Besten zu geben, die ganze Völker regieren könnte.
So eine Flut von Regeln kann man nur schaffen, wenn man alles Geschriebene digital aufbewahren kann, ohne für die Akten-schränke des EU-Parlaments separate große Hallen bauen zu müssen.
Ist die Bibel jugendfrei?
Ich gebe zu, Gott hat nicht nur die 250 Worte gemacht, sondern noch vieles andere gesagt. Aber sein literarischer Erguss beschränkt sich auf eine bescheidene Bibliothek von nur 66 Büchern. Ok, das ist in einer Zeit, in der der Trend zum Zweitbuch geht, auch nicht wenig. Und ein begeisterter Harry Potter-Fan, der nach Erscheinen des neusten Bands seiner Serie das gesamte Buch in einer Nacht „verschlingt“, hätte selbst als heißhungriger Bibelleser die zu einem einzigen Band zusammengefassten Bibelbücher nur zu einem kleinen Teil geschafft. Da hätte es vielleicht auch nichts genützt, wenn ihn das Buch der Richter mit den grausamsten, fast nicht jugendfreien Szenen noch um drei Uhr nachts wachgehalten hätte.
Apropos ‚wach‘. Mit wachem Sinn sollte man die Bibel sowieso lesen, und das Alte Testament, den ersten Teil der Bibel, auch nicht unkritisch, weil so, wie Gott es für uns heute meint, kann vieles vom reinen Buchstaben her auch nicht gemeint sein. Ein kleiner Tipp kann immens weiterhelfen: Anfangen sollte man mit dem Neuen Testament und es wie eine Brille nutzen, durch die das Alte Testament ganz anders und neu verstanden werden kann. Und wenn du dann mit dem Lesen beginnst, wirst du feststellen, dass Jesus zwar kein einziges der Gesetze des Alten Testaments aufgehoben hat, sondern gelebt und erfüllt hat, aber es auf eine Art lebt, wie Gott es – eigentlich schon immer – gemeint hat.
Ob es von Mose, Abraham oder irgendeinem der Propheten stammt – wer die Bibel nicht vom Neuen Testament her versteht, gerät schnell ins Abseits. Da empfiehlt es sich, kurz und knapp den direkten Weg zu Gott zu nehmen: durch das Gebet. Schließlich ist Gott nahe allen, die ehrlich mit ihm reden und ein offenes Ohr haben für das, was er uns sagen möchte.
Eine leckere Pointe – selbst bei Gott!
Und mit den Karamellbonbons würde ich ebenfalls den direkten und kurzen Weg empfehlen: einkaufen, auspacken und langsam auf der Zunge zergehen lassen. Dann kann man noch lange in Erinnerung halten, was ebenso für die Begegnung mit Gott stimmt:
„ Schmeckt und seht, dass der HERR gut ist. Freuen darf sich, wer auf ihn vertraut!“ (Psalm 34, 9)
P.S.: Noch ein Tipp für alle, die einmal über die 10 Gebote predigen: Verteile Karamellbonbons. Dann werden sich manche Predigthörer noch etliche Tage oder Wochen an die Kürze und Bedeutsamkeit der göttlichen Gebote erinnern, vielleicht sogar an deine Predigt.




